Kolumne

Kemmern - Kirchweihsamstag 2016 19:36 Uhr

Die Kirchweih gehört auf den Dorfplatz!

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!

Die Kirchweih 2016 liegt hinter uns. Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen: Es war wieder äußerst erfreulich, was uns Kemmerner Bürgerinnen und Bürgern und unseren Gästen geboten wurde:

Vom Kirchweihbaumaufstellen am Samstag übers "Gaßbockreiten" mit Tombola am Montag, das Feuerwerk am Dienstag, bis hin zum Fußball-Spiel der AH an der Nachkirchweih gegen die Damenmannschaft aus Ebing ... war wieder für jeden etwas dabei. Toll, dass sich neben den Kemmerner Gastronomen so viele Vereine und Gruppen bei der Ausrichtung und Durchführung der Kirchweih engagieren. Einzig der Betrieb im "Vergnügungspark" am Festplatz am Main ließ wieder einmal sehr zu wünschen übrig: Nur wenige Besucher an allen vier Tagen und somit natürlich auch nur wenig Umsatz für die Schausteller. Ich selbst war zweimal am Festplatz und war entsetzt, wie wenig dort los war. Mit "Vergnügungspark" hatte das nichts zu tun: Leere Fahrgeschäfte und kaum Umsatz an den Verkaufsständen. (Die Schausteller konnten einem leidtun und mir drängte sich die Frage auf: Was bringt Schausteller dazu, hier ihr Geschäft aufzubauen?). Lediglich hier und da paar Erwachsene mit Kleinkindern, die sich die Beine in den Bauch standen und darauf warteten, dass ihre Sprösslinge wieder gehen wollten, damit sie, die Erwachsenen, sich wieder ins "Leben" der umliegenden Wirtshäuser begeben konnten. So oder ähnlich fühlten sich wohl viele Festplatzbesucher, wie mir in zahlreichen Gesprächen mitgeteilt wurde. Auch hörte ich in dem Zusammenhang immer wieder, wie schön Kirchweihen in anderen Orten der Umgebung seien, in denen sich alles auf oder um einen zentralen Platz abspielt (z.B.: Breitengüßbach, Baunach, Gundelsheim etc.)

Das Problem bei der Kirchweih in Kemmern ist somit offensichtlich: Der Vergnügungspark der Kirchweih befindet sich abseits gelegen, am Main, abgetrennt vom eigentlichen Kirchweihgeschehen, das sich in und um die Gaststätten im Ortskern abspielt. Das Leben ist im Ort, genauer gesagt in den Gaststätten, die Fahrgeschäfte nicht. Aus diesem Grund stellte unsere Wählergruppe "Zukunft für Kemmern" bereits vor zwei Jahren den Antrag: "Die Kirchweih gehört auf den Dorfplatz Antrag auf Bildung eines Arbeitskreises".

Der Gedanke war, unsere Kirchweih wieder in den Ort zu holen und als echte Dorfkirchweih mit Bewirtung und Fahrgeschäften auf einem zentralen Platz, dem Kirchplatz, zu etablieren. Dies würde unsere Kerwa in vielerlei Hinsicht attraktiver machen: Die Dorfgemeinschaft trifft sich auf dem Kirchplatz (ähnlich wie beim Aufstellen des Kirchweihbaumes), der somit nicht nur als besserer Parkplatz genutzt wird, Eltern können am Kirchweihgeschehen teilnehmen, während sie ihre Kinder im Blick haben, die in Fahrgeschäften und bei Schaustellern für mehr Umsatz sorgen. Der "alte" Festplatz am Main könnte als Parkplatz genutzt werden. Unsere Kirchweihgäste könnten so leichter einen Parkplatz finden und die vielen parkenden Autos würden während der Kirchweih aus dem Ortsbild verschwinden, was nicht zuletzt auch zu einer Verbesserung der Sicherheit führen würde.

Um die Kirchweih wieder ins Dorf zu holen, wären sicherlich Vorarbeiten, Gespräche und Verhandlungen notwendig.Die Sperrung des Kirchplatzes für den Durchgangsverkehr wäre ebenfalls nötig. Dies sollte allerdings kein allzu großes Problem sein, wie uns andere Ortschaften, wie z.B. Hallstadt, Memmelsdorf, Baunach etc. zeigen. Zur Ausarbeitung eines Konzepts, so unser Antrag, sollte zunächst eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Diese hätte die Aufgabe, Ideen zur Umsetzung der Kirch(!)weih auf dem Kirch(!)platz unter Einbeziehung aller Beteiligten (Anwohner, Gastwirte, Schausteller, Vereine etc.) zu sammeln.

Leider wurde unser Antrag von den gewählten Bürgervertretern von CSU, SPD und UBB (mit einer Ausnahme) bereits im Keim erstickt: Brauchen wir nicht! In Kemmern passt alles so, wie es ist! Veränderung (vor allem, wenn sie von der ZfK kommt) unerwünscht!

Ich allerdings bin, wie viele Mitbürgerinnen und Mitbürger der Meinung, dass unsere Kerwa dringend ein Update braucht. Eine echte Dorfkerwa auf dem Kirchplatz ist die einzige Alternative zu der jetzigen zweigeteilten Kerwa. Nur so wird die Kirchweih für uns Kemmerner und unsere Gäste wieder attraktiv und für die Betreiber von Fahrgeschäften und Verkaufsständen lukrativ.

Deshalb gehört unsere Kerwa in den Ort, auf den Kirchplatz!

P.S. Vielleicht sollten wir den Antrag nochmal stellen diesmal nicht unter dem Absender "Zukunft für Kemmern"? Hätte wahrscheinlich mehr Erfolgsaussichten!

Jochen Förtsch

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